
Das Winterhochwasser – Januar 1995
Das Jahr 1995 ging als eines der einsatzreichsten und prägendsten Hochwasserjahre in die Geschichte der mainfränkischen Feuerwehren ein. Ende Januar führte eine extreme Wetterlage aus tagelangem Dauerregen und plötzlicher Schneeschmelze dazu, dass die Böden keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen konnten. Die Folge war eine der schwersten Hochwasserkatastrophen des Jahrzehnts, die auch vor dem Markt Reichenberg nicht halt machte.
Für die Freiwillige Feuerwehr Reichenberg bedeutete diese Großschadenslage den Ausnahmezustand und einen tagelangen, kräftezehrenden Dauereinsatz im Ortskern.
Besonders die geografische Lage Reichenbergs wurde der Gemeinde in diesen Januartagen zum Verhängnis. Im Altort – im Bereich der Linde – fließen mit dem Guttenberger Bach, dem Sichelsgrundbach, dem Lindbach und dem Geisbergbach gleich vier Bachläufe zusammen. Die sonst so beschaulichen Gewässer schwollen durch die enormen Wassermassen binnen kürzester Zeit zu reißenden Strömen an. Das Kanalsystem und die engen Bachbetten konnten die Fluten nicht mehr fassen, sodass das Wasser über die Ufer trat und den tiefer gelegenen Ortskern sowie den Sportplatz meterhoch überschwemmte.
Erst nach Tagen des Bangens entspannte sich die Lage und die Pegel begannen langsam zu sinken. Was blieb, waren massive Schlammmassen, Unrat und Treibgut, die zügig beseitigt werden mussten, um die Verkehrswege wieder freizugeben.
Das Hochwasser von 1995 forderte der Mannschaft physisch und psychisch alles ab. Gleichzeitig stellte der Einsatz unter Beweis, wie wichtig eine gut ausgebildete, schnell einsatzbereite Truppe vor Ort ist. Die hervorragende Zusammenarbeit innerhalb der Wehr und die große Dankbarkeit und Unterstützung aus der Reichenberger Bevölkerung blieben als positive Erinnerung an diesen geschichtsträchtigen Einsatz zurück.